Wer das Rebhuhn schützt, schützt viele Arten
Bei strahlendem Sonnenschein führte eine Exkursion der Biebesheimer Grünen zu einer mitten in der Agrarlandschaft gelegenen Biotopfläche, die als wichtiger Lebensraum für das Rebhuhn angelegt wurde. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über den Schutz des Rebhuhns und die Bedeutung artenreicher Feldfluren zu informieren.
Das Rebhuhn war einst ein typischer Vogel der Biebesheimer Gemarkung. Heute zählt es jedoch zu den stark gefährdeten Arten. Wie viele Tiere der Feldflur – darunter auch der Feldhase – ist sein Bestand in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Bundesweit haben sich die Rebhuhnbestände seit 1980 um mehr als 80 Prozent verringert.
Das Rebhuhn gilt als wichtige Leitart für die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Wo geeignete Lebensräume für das Rebhuhn entstehen, profitieren auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Mehrjährige Wildblumenflächen bieten Nahrung, Schutz und Bruträume zugleich. Die vielfältige Vegetation lockt Insekten an, die insbesondere für die Aufzucht der Jungvögel unverzichtbar sind. Gleichzeitig bietet die vorhandene Deckung Schutz vor Fressfeinden und Witterung.
Projektleiterin Frau Dr. Backhaus stellte das bundesweite Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ vor und erläuterte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschaulich die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Artenvielfalt und gezielten Schutzmaßnahmen. Die zahlreichen Fragen zeigten das große Interesse an dem Projekt und seiner praktischen Umsetzung.
Auch Frau Wolf, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Kreis Groß-Gerau e.V (LPV GG), stellte die Arbeit des Verbandes vor und betonte die Chancen für die Gemeinde Biebesheim durch die Mitgliedschaft im LPV. Dadurch könne die Gemeinde vielfältige Angebote nutzen – etwa bei der Betreuung und Kontrolle von Ausgleichsmaßnahmen oder bei Projekten zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Im Anschluss an die Exkursion wurden die Themen in einem Vortrag weiter vertieft. Die Biebesheimer Grünen zogen ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wer das Rebhuhn schützt, schützt auch viele andere Arten. Solche Projekte zeigen, wie Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam zum Erhalt unserer Kulturlandschaft beitragen können.“
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